Paddy Schmidt im Dubliner Irish Pub (Auftritt vom 09. Januar 2003)
Mich begeistert die Atmosphäre im Irish Pub immer wieder ... und wenn dann noch Musiker wie Paddy Schmidt auftreten, dann hält mich nichts zu Hause auf dem Sofa.
Über Paddy habe ich vor einigen Monaten schon mal eine Szenekritik geschrieben, die sah so aus:
Paddy Schmidt, Gründer der bekanntesten, deutschen Folkrockband Paddy goes to Holyhead trennte sich aus musikalischen Gründen von seiner Band und begeistert nun mit seiner derzeitigen Solo-Tour „Whiskey & Woman“ die Anhängerschar. Reinkommen, sich hinsetzen und wohlfühlen: so erging es Paddy wie seinen zahlreichen Fans und die positive Stimmung zog sich durch den ganzen Abend. Hier wurde viel zusammen geredet, gesungen, geträumt und gelacht ... wobei die Betonung auf dem Wort ZUSAMMEN liegt. Von fröhlichen Folk-Pop-Nummern über sanfte, träumerische Balladen hin zu traditionellen Klassikern ließ Paddy keine Wünsche offen.
Ausgestattet mit einer Gitarre, Harp und Mikrophon vermittelte er mehr als ein Stück irische Lebensqualität, man verspürte in der emotionsgeladenen Atmosphäre ein seltenes Zusammengehörigkeitsgefühl. Bei Songs wie „Whiskey in the jar“ und „Wild rover“ fesselte der Sound der grünen Insel das Publikum. Besonderen Spaß hatten alle an dem Song „Dirty old Town“, den Paddy in 37 Versionen auf Lager hat. Versionen im Stil von Metallica, Deep Purple, Louis Armstrong, Fury in the Slaughterhouse, der Kelly-Family oder die Strafversion a la Wolfgang Petry wurden von den Anwesenden aus voller Kehle mitgesungen.
Seinen Gästen gönnte Paddy ab und zu Gesangspausen, die er mit irischen Witzen oder einem Dudelsackspiel füllte. Das Programm war eigentlich zu Ende doch immer wieder viel dem beschwingten Publikum oder dem humorvollen Musiker hörenswertes Liedgut ein. Ohrwürmer wie „Drunken Sailor“ machten süchtig und selbst nach der zehnten Zugabe bettelten die Fans durch Jubel, Zurufe und sogar einen Kniefall nach weiteren Songs.
Der Vollblutmusikers mit der wohlklingenden, rauchigen Stimme ließ sich immer wieder erweichen und entpuppte sich als ungekrönter Zugaben-König ! Es gibt Augenblicke im Leben, die sind unbezahlbar.
Am vergangenen Donnerstag tauchte ich mal wieder in diese Welt ein, hörte Paddy zu und freute mich, dass auch wieder viele seiner treuen Fans vor Ort waren. Marianne und Gerhard aus Melsungen verfolgen Paddys Liveauftritte seit über 5 Jahren, sie sind immer dabei. Auch andere bekannte Gesichter habe ich entdeckt und wieder beschlich mich dieses heimelige Gefühl. Meinen O-Saft bekam ich wie gewohnt von Andreas (alias Kimly) gereicht und ich freue mich immer, von solch ausgeglichenen Menschen bedient zu werden... smile.
Frustrierte Gesichter sieht man im Irish Pub nicht, das liegt sicherlich auch an der zugänglichen Chefin namens Angelika. Die Gäste hatten nichts dagegen, für Kasselflyer „abgeschossen“ zu werden und selten hatte ich so viel Spaß am Fotografieren wie an diesem Abend. Am hinteren Tisch saß eine lustige Truppe und es stellte sich heraus, dass Svenja mit ihren Freunden im Irish Pub ihren 21. Geburtstag feierte – Happy Birthday !
So was kann man sich heutzutage als junger Mensch finanziell eigentlich nicht mehr leisten, aber zum Glück bekommt man im Irish Pub viel (für wenig Geld) geboten ! Einer aus der Runde fragte mich, ob er nicht als Single des Monats bei Kasselflyer aufgenommen werden könnte. Klar, warum nicht. Es stellte sich heraus, dass er eine Lehre als Bankkaufmann beginnt und ab August mein Kollege wird. Diesen Anlass habe ich gleich genutzt und ihm gesagt, wie frustriert ich über die Arbeitsmoral der Azubis bin. So gab ich ihm einige gute Tipps für seine berufliche Zukunft und für das private Glück sorgen wir nun auch noch. Kasselflyer ... always up to date .... wir machen Träume wahr.
Bericht von Eva Schreiber
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